Eine noch sehr junge Marke, mit einem Statement dahinter!
"Sich ordentlich die Kante geben". Wer hat das nicht schonmal? Wir Triathleten tun es glaub ich
oft genug! Aber auch außerhalb des Sports tut dies sicherlich ab und zu mal gut ;-)
Passend zum 2.Ligafinale morgen in Hannover, wo ich die Ehre habe, für das Team "Pro Athletes KTT 01" meinen Langdistanzkörper nochmal mit Vollgas über die Sprintstrecke zu bewegen, kamen heute jede Menge coole Klamotten von der noch jungen Marke aus NRW an.
KANTE ist somit nicht nur Synonym für stylische Sachen mit wirklich hoher Qualität, sondern auch für "keine halben Sachen machen". Und das ist morgen definitiv Programm!
Als Tabellenführender steht morgen um 12:15 Uhr ein heißes Rennen über die Sprintdistanz an. Ich bin gespannt, wie das läuft, 2 Wochen nach einem Ironman. Das Ziel ist auf jeden Fall klar:
Meisterschaft!
"Was soll ich bloß anziehen? ;-)
Fetten Dank an Ingo Klein für die Zusammenarbeit!
Nach Hannover ist vor Hawaii und vor Hawaii heißt es die nächsten 3-4 Wochen nochmal trainingsmäßig die Kante geben!!! Rock on! ;-)
Jeder kennt ihn…den „Tag X“. Der Tag, an dem alles stimmen
soll. Bei mir war dieser Tag in diesem Jahr der 20.8.! Und es war kein Tag, an
dem alles stimmen sollte, es war ein Tag, an dem alles stimmen musste! Warum?
Da gibt es einige Gründe: Ich werde in Zukunft wohl nicht mehr, nur des Sportes
wegen, Teilzeit arbeiten. Ich habe finanziell viel investiert (Aerotest/mehrere
Leistungsdiagnostiken/2 Trainingslager…). Und vor allem habe ich seit einem
halben Jahr jeden Tag in kaum einer Minute nicht an das „perfekte Rennen“ in
Kalmar denken müssen. Und das war für die Leute um mich rum teilweise auch
nicht so ganz einfach ;) Der Alltag im letzten halben Jahr war definitiv vom
Sport bestimmt und mehr wäre sicherlich nicht gegangen. Sofern ich die
angestrebte Zielzeit von „Sub 9“ erreichen sollte, habe ich (in diesem Jahr)
für jede Rennminute eine Stunde trainiert. Ein Rechenexempel, das verdeutlicht,
warum heute ALLES passen sollte. Ich konnte also guten Gewissens mit meiner
Freundin bereits zweieinhalb Wochen vor dem Rennen Richtung Schweden
aufbrechen, um dem Ganzen auch einen gebührenden Abschluss zu bereiten.
Im Vorfeld des Rennens war es mir wichtig, die nötige Ruhe
zu finden, um die Taperingphase so entspannt wie möglich zu gestalten. Dafür
haben wir ein traumhaftes Häuschen im „Pippi-Langstrumpf-Style“ gefunden,
welches 25km von Kalmar entfernt lag. Das Training wurde weniger, die Spannung
und Vorfreude stieg! Die letzten Vorbereitungen sind allesamt top gelaufen. Und
dann gab es noch diese eine Einheit…
Perfekter Rückzugsort in der Nachbarschaft von Michel ;)
Laut der Leistungsdiagnostiken prognostizierten mir so
einige Leute, dass ich auf dem Rad zu Zeiten fähig sein würde, die ich mir
jedoch selbst erst nach „der Einheit“ zutraute: Die Fakten: 3h auf der Insel
Öland (Wettkampfstrecke) mit 20 min. Sweetspot (350 Watt) und 1,5h Ironmantempo
(270 Watt). Am Ende stand ein 38,2er Schnitt auf der Uhr und ich wusste: Du
hast es drauf, eine ganze Zeit lang, ganz vorne mitzumischen am 20.! Dies war
definitiv die für mich wichtigste Einheit des ganzen Trainingsjahres (vor allem
mental).
Ein klein wenig Kopfzerbrechen machte mir nur noch der Wind,
der einen, mit Böen um die 12 Knoten teilweise um 1-2 Meter versetzte. Tag für Tag
wurde der Wetterbericht gecheckt…und es kristallisierte sich heraus, dass es am
Renntag nahezu windstill, und um die 20 Grad werden würde. Das Glück war auf
meiner Seite! Mein Wetter! Zudem kam 2 Tage vor dem Rennen noch weitere Unterstützung, in Form meines Vaters eingeflogen. :) Somit war der Körper, der Kopf und das Material
bereit wie nie, für einen Wettkampf
20.8.!
Die Abläufe bis zum Start bin ich im voraus zig mal
durchgegangen. Gelflaschen befüllen, Frühstücken, früh genug und ohne Stress
losfahren, Rad nochmal checken, Dixi, ein wenig Warmmachen und dann geht es
auch schon fast los.
Was wird das Rennen bringen?
Eine Viertel Stunde vor uns wurden die weiblichen Profis ins
Rennen in die 16,6 Grad kalte Ostsee geschickt. Ein wenig Bammel hatte ich vor
der Temperatur. Beim Abschwimmen eines Teils der Strecke in der Woche zuvor,
bin ich nach einer Stunde zitternd wieder rausgekommen. Nun war es noch 1,5
Grad kälter. Also: 2 Badekappen auf und Zähne zusammenbeißen. Um Punkt 7 fällt
der Startschuss und schon nach 100m befinde ich mich an der Spitze. Geleitet durch
ein Kayak (worüber ich sehr froh war ;) fand ich schnell meinen Rhythmus. Die
Kälte und die Quallen? Nix von gemerkt…Wettkampfmodus! Ca. bei km 1,5 überholte
mich ein Athlet, dessen Beine ich nicht ganz halten wollte, da mir dies zu
diesem Rennzeitpunkt zu anstrengend war. Als 2. kam ich mit einer Zeit von
knapp über 50 Minuten aus der Ostsee. Jetzt gabs nur eins: Kontrollierte
Attacke. Bereits bei der Ausfahrt aus der Wechselzone befand ich mich auf Platz
1. Es lief!
Bildrechte: Ironman Europe
Nach einigen Kilometern, galt es die Ölandbrücke zu
überqueren, die die Insel mit dem Festland verbindet. Die Temperaturen optimal,
die Sicht jedoch nicht. Dichter Nebel hat die ersten Kilometer der Radtrecke zu
einem besonderen Erlebnis gemacht. Man hat die Zuschauer schreien gehört, bevor
man sie gesehen hat ;-) Dann ein kleiner Schock…in den ersten anderthalb
Stunden wollte ich 2 Riegel zu mir nehmen, die ich in meinen Wechselbeutel
gelegt habe. Und die zu dieser Zeit dort immer noch lagen. Jedoch konnte ich
die fehlenden Kohlenhydrate durch die Versorgung unterwegs kompensieren.
Dieselben Riegel, nur zu einem anderen Zeitpunkt. Ich sammelte nach und nach
die vor mir gestarteten Frauen ein und bei km 70 setzte ich mich dann vor die
bis dato Führende, Lucie Zelenkova. Nun durfte ich 110km hinter zig Motorrädern,
einem Führungsfahrzeug, und umgeben von lokalen TV –Teams über die Strecke
fliegen. Cool bleiben, Junge! Du führst einen Ironman an, ja…aber was zählt, sind
die letzten Laufkilometer! Das musste ich mir einige Male sagen. Bei km 100 dann
der zweite kleine Schock: Krämpfe. „Jetzt schon? Das kann ja noch lustig werden“,
dachte ich mir.
Km 90
Bis dahin konnte ich einen Durchschnitt von knapp über 270 Watt treten. Da ich nicht mehr riskieren wollte, schraubte ich diesen dann etwas runter. Über die Ölandbrücke ging es nun zurück aufs Festland, wo
ich mich schon auf den Wendepunkt freute. Tausende Menschen, die nur mir zujubelten.
Das war definitiv Neuland für mich und ich genoss es (nicht augiebig :p), so
gut ich konnte. Die abschließenden 60km auf dem Festland waren recht
abwechslungs- und kurvenreich. Neben den Menschenmassen am Wendepunkt, war es
auch immer wieder einmalig, durch die kleinen schwedischen Orte zu fahren, in
denen die Bewohner sich mit Grill und Tischen an die Straße gesetzt hatten und
auf mich warteten! Wow! Das erste Mal, dass ich erfuhr, wieviel Vorsprung ich
hatte, war an einem Wendepunkt bei km 150. Und ich dachte, ich sehe nicht
richtig…es kam und kam mir keiner entgegen. Nach weiteren 30km fuhr ich schließlich
nach 4:38h über die 182km lange Strecke in die zweite Wechselzone ein. Auch bis
jetzt lief alles nach Plan. Schneller Wechsel und dann gings zunächst durch die
Stadt, in der ich einige km Gänsehaut hatte.
Bildrechte: Cristian Brolin
Die Laufstrecke war aufgeteilt in 4 Runden a 14km, davon ca.
3km durch die Innenstadt und Einkaufsstraßen von Kalmar, in denen ich aus jeder
Ecke angeschrien wurde. Plan war nun, locker zu starten und dann nach ca. 3km
einen Schnitt von 4:43min/km anzupeilen. Die Uhr zeigte dann eine 4:30-4:40,
was für die Situation in Ordnung war, so dachte ich. Die Führung durfte ich
noch bis ca. km 10 genießen. Mir war klar, dass die anderen Jungs nun näher und
näher kommen würden.
Leider konnte ich ab km 18 den geplanten Schnitt nicht
mehr aufrecht erhalten. Woran es lag? Das dürft ihr mir gerne sagen. Am Rad
überzockt habe ich nicht, viel zu schnell angelaufen bin ich auch nicht. Ab km
25 half dann nur noch Cola weiter. Die letzten Kilometer waren sicherlich die
härtesten, die ich je erlebt habe: Wenn man merkt, dass es eng wird unter neun
Stunden zu finishen, dann setzt man alles dran, dass es irgendwie klappt und
hofft, dass die Beine mitspielen und man nicht von Krämpfen geplagt umfällt!
Aber sie haben mitgemacht und das Gefühl, 29 Sekunden unter dem selbst
gesetzten Ziel durch den Zielbogen zu laufen, ist unbeschreiblich.
Fairerweise möchte ich anmerken, dass in Schweden keine
männlichen Profis am Start waren. Ansonsten wäre ich sicherlich nicht in den
Genuss gekommen, ein Ironman Rennen über fünfeinhalb Stunden anzuführen. Das
war der Wahnsinn! Und besonders Spaß gemacht hat es, danach eure ganzen
Glückwünsche zu lesen.
Papa war auch "am Start"!!!
13. Gesamt, 2, AK 30, 8:59:31h und die Hawaii Quali!
Einen maßgeblichen Anteil an dem Gelingen des „perfekten
Tages“ haben natürlich alle, die mich in dem Vorhaben unterstützt haben: Meine
Freundin (die sich nur ein einzigen Mal!!! darüber beschwert hat, dass ich nix
anderes mehr im Kopf habe, als Sport ;-), meine Eltern, und meine Sponsoren und
Partner.
Nun geht es am 1.Oktober nach Hawaii, um ein zweites Mal das
„Aloha Feeling“ zu genießen. Noch eine Woche wird sich erholt, um dann mit
einem Sprint in der 2. Bundesliga für das Kölner Triathlon Team 01 wieder voll
einzusteigen in einen kurzen Belastungsblock!
Nun sind es nur noch 5 Tage, dann geht’s endlich los. Kann’s kaum mehr erwarten, nach meinen ersten beiden
Langdistanzen 2012 (Frankfurt und Hawaii), diesmal um einige Erfahrungen reicher
und auch fitter als damals am Start in Schweden zu stehen. Gar nicht so einfach, die Gräten bis Samstag mehr oder weniger
still zu halten. In der Vergangenheit habe ich mich noch nie so gezielt und
fokussiert auf ein Rennen vorbereitet. Wenn man ein halbes Jahr auf einen einzigen Tag hinarbeitet,
dann macht man sich wohl selbst den größten Druck. Dennoch versuche ich irgendwie, die
nötige Lockerheit zu bewahren.
Die Bedingungen hier in Schweden dürften mir auf jeden Fall in
die Karten spielen: Flache Drückerstrecke, Temperaturen knapp unter 20 Grad und eine
Menge Wind. Nur die 18 Grad kalte Ostsee fühlt sich recht frisch an, aber
anscheinend sind es Bedingungen, die die Quallen zu mögen scheinen ;)
Wer interessiert ist, kann mein Rennen am 20.8.,ab 7:00 Uhr
HIER verfolgen.
Bis dahin werde ich es mir in unserem kleinen Häuschen und in
der wunderschönen schwedischen Landschaft hier in und um Kalmar noch gut gehen lassen.
Samstagabend werde ich dann wissen, ob die selbstgesteckten
Ziele erreicht worden sind.
Mit einem 4. Platz über die Mitteldistanz beim Indeland
Triathlon kann ich bei einem guten Feld durchaus zufrieden sein…mit dem Rennen jedoch nicht vollständig. Aber zuerst an dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön
an Udo Biege, der es mir überhaupt erst ermöglichte, noch spontan zu starten. Geplant war ein Start bei
der Challenge Heilbronn. Da diese aber aufgrund der Hochwasserlage zu einem
Duathlon ummfunktioniert werden musste, habe ich von einem Start abgesehen!
ZAOSU Racing+ in Action
Kurzes Resumme zu Indeland: Sieht man von den extra Metern, die ich auf dem letzten Drittel
der Schwimmstrecke gemacht habe ab, (auch im Wasser sollte man Kurven innen
nehmen :p), kann ich mit der Schwimmleistung noch ganz zufrieden sein. Auf Platz 3 stieg ich, direkt hinter Matthias Epping aus dem
Blausteinsee. Mit Matthias fuhr ich dann auch die gesamten 88km durch die
Dürener Felder. Mit der Radleistung (NP 300W/Schnitt 40,3km/h) kann ich nicht
zufrieden sein. Woran es lag, kann ich leider nicht sagen. Aber bis Kalmar sind
es noch genau 49 Tage…und bis dahin wird noch hart gearbeitet. Gerade beim Laufen, wo ich aufgrund meiner Achillodynie die
letzten Monate mit einem reduzierten Laufpensum unterwegs war, lief es für mich
erstaunlich gut. Mit einem 4:05er Schnitt über die 19,5km nahm der Ausflug nach
Aldenhoven dann doch noch ein einigermaßen versöhnliches Ende. Am Ende stand blieb die Uhr bei ziemlich genau 4h stehen. Glückwunsch an Johann, Fabian und Matthias fürs Podium!
PA Suits drei Mal auf Platz 1-4! ;-)
Nach einer Entlastungswoche, stand diese Woche wieder so einiges
auf dem Plan. Heute in 7 Wochen wird’s ernst! Und bis dahin wird „nur noch“
viel trainiert. Die kommende Woche beginnenden Ferien machen es mir einfach,
den Fokus die kommenden Wochen nochmal voll auf den Sport zu richten. Nächsten
Freitag geht es für 2 Wochen ins Höhentrainingslager nach Livigno, um dann
bereits am 4.8. nach Schweden aufzubrechen, wo es dann am 20.8. nur eins gibt:
GAS!
In ein paar Tagen hoffe ich dann, euch bildmäßig mit ein paar
landschaftlichen Highlights versorgen zu können ;-)